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Roy Stuart, Vol. 5

Roy Stuart, Vol. 5

Jenseits des Voyeurismus

Roy Stuarts Vision vom Sex

Im 20. Jahrhundert gab die Pornografie ihr Filmdebüt. Mit einem Anschein von Improvisation und Amateurhaftigkeit war sie zugleich sarkastisch, erfrischend und authentisch. Doch die zunehmende Kommerzialisierung und Kodifizierung hielt die Pornografie alsbald in einem Ghetto aus ökonomischen Interessen und den entsprechenden Ritualen gefangen. Das Ergebnis war ein Mienenspiel aus groben und wenig erregend aufgemachten Bildern. Die so genannte Erotik hatte immer eine „bessere Presse“, vor allem, weil sie oft literarisch bearbeitet wurde und ihr große Autoren huldigten. Eingeschränkt durch Zensur, vor allem Selbstzensur, konnte die Erotik den Sex immer nur sehr unvollkommen darstellen. Sie verurteilte sich zu Geschmacklosigkeit und Selbstverstümmelung, genährt durch den Glauben, den Ausweg in einer eitlen und redundanten Kultiviertheit zu finden. Paradoxerweise bewies dies aber nur – sehr zur Freude der ewigen Moralisten –, dass Monotonie immer aus Uniformität erwächst und vorfabrizierte Pornografie und Erotik langweilig waren und sind.

Diese Erkenntnis inspiriert einen Fotografen wie Roy Stuart. Er nutzt die relative Freizügigkeit der westlichen Industriegesellschaft und sucht nach dem Vorteil, den er aus jenem Dilemma ziehen kann. Als Fotograf und Filmemacher, der vom gedruckten zum bewegten Bild wechselt, strebt er danach, das Bild von seinem letzten Tabu zu befreien und aus der konventionellen Darstellung von Sex auszubrechen. Aber mehr noch als das, ist es ein künstlerisches Projekt, erotisch und jenseits des Voyeurismus, durch das er Körper, Verhalten, Triebe oder Wünsche des schönen und starken Geschlechts zu entdecken sucht.

In seinem neuen Buch, dem bislang fünften, verfeinert er seine Erkundungen durch einen offeneren, beinahe filmischen Ansatz. Die Fotografien erzählen kleine Geschichten im Stile von Kurzfilmen. Die Models werden zu Schauspielerinnen, deren eingefrorene Bewegungen zwischen Narration und Porträt oszillieren. Obwohl einige kleine Geheimnisse – typisch für die Erotikfotografie – zurückgehalten werden, ist der Sex expliziter. Dem Buch liegt eine DVD bei, mit Szenen von den Shootings, Ausschnitten aus der DVD-Serie Glimpse und einem Preview von Stuarts jüngstem Spielfilm The Lost Door. Dieses Buch bringt Erotik in die Pornografie zurück und umgekehrt. Stuart verschleiert darin Themen, vermischt Codes, sorgt für Desorientierung und nimmt Risiken in Kauf, während er sich immer wie ein Fotograf verhält, der einen neuen Weg erkundet – verschlungen, manchmal schwer nachvollziehbar, aber immer originell.

Der Fotograf:
Roy Stuart lebt in Paris und genießt den Ruf eines Großmeisters der erotischen Fotografie. Seine Werke werden in zahlreichen Galerien auf der ganzen Welt ausgestellt. Vor dieser Sammlung subversiver, erotischer Fantasien hat er bereits mehrere Bestseller bei TASCHEN veröffentlicht.

Hardcover + DVD, 23.8 x 30.2 cm, 280 Seiten
Preis
inkl. MwSt. :
29,99 €
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